Our best thoughts come from others – unsere besten Ideen stammen von anderen. Und so war es auch mit dem Reiseland Frankreich.
Als 19-Jährige war ich mit meinem Freund zwei Wochen an der Atlantikküste unterwegs – und fand es, nun ja … eher mittelmäßig. Damals gab es weder Navi noch Übersetzungsprogramme, und ich erinnere mich noch gut daran, wie oft wir uns verfahren haben. Auch die Franzosen ließen uns mit unseren dürftigen Französischkenntnissen mehr als einmal abblitzen. Auf Englisch wollten sie sich partout nicht einlassen.

Doch als meine Freundin Eike aus Halle letztes Jahr Frankreich als Ziel für eine Busreise ins Spiel brachte, ließ ich mich darauf ein. Und was soll ich sagen: Gott sei Dank! Frankreich, ihr habt einen neuen Fan. Ich komme wieder!
Zurück von einer neuntägigen Rundreise durch die Normandie und Bretagne fühle ich mich runderneuert und wunderbar erholt – und das, obwohl ich im Urlaub jeden Tag schon um 6 Uhr aufgestanden bin.
Neues erleben und entdecken, sich überraschen lassen, fast jede Nacht in einem anderen Hotel verbringen und sich auf fremde Menschen in einer Reisegruppe einlassen – ich weiß, für viele der blanke Horror. Ich hingegen liebe es. Ja, nicht alles und jeden hätte man sich so ausgesucht. Aber mit etwas Toleranz geht vieles erstaunlich gut.
Wichtig ist dabei allerdings, dass man bei solchen Reisen nicht völlig gestresst startet. Denn dann fehlt die wichtigste Zutat für Toleranz: Entspannung. Unter Stress sind wir selten die beste Version unserer selbst.
„In jedem Urlaub bin ich die ersten Tage erst einmal krank“, erzählt mir mein Coachee. „Mein Körper will dann nur schlafen und essen. Wenig reden. Erst nach einer guten Woche kann ich überhaupt etwas unternehmen.“
Und das höre ich öfter. Wer sich über lange Zeit ein Pensum oberhalb der eigenen Belastungsgrenze zumutet, braucht Urlaub zunächst einmal, um die Batterien überhaupt wieder aufzuladen. Um abschalten zu können. Um nicht permanent an To-do-Listen zu denken.
Erst danach beginnt echte Erholung. Die Psychologin Christine Syrek bringt es treffend auf den Punkt.
Erholung braucht:
- Gedankenfreiheit (abschalten können)
- Herausforderung (raus aus der Komfortzone, Neues ausprobieren – aber ohne Wettbewerb und ohne Höchstleistungen)
- Sinn (etwas, das für mich wichtig ist und Bedeutung hat)
- Verbundenheit mit anderen Selbstbestimmung
Ich möchte noch einen weiteren Faktor ins Spiel bringen: Langeweile. Und zwar die gute. Die gewollte. Im Bus lange aus dem Fenster in die Landschaft schauen, gedankenverloren vor sich hinträumen, vielleicht sogar ein wenig eindösen – kaum etwas befeuert Kreativität so sehr wie Langeweile.
Ich bin überzeugt: Wir sollten so leben und arbeiten, dass wir keinen Urlaub brauchen. Wenn wir Woche für Woche darauf achten, ausreichend und gut zu schlafen, uns zu bewegen, uns vernünftig zu ernähren und jeder einzelnen Woche Lebensqualität zu geben, dann ist Urlaub wunderbar – aber nicht lebensnotwendig.
Nach meinem Urlaub wartete einiges auf mich. Doch nichts konnte mich davon abhalten, meine tägliche Morgenrunde zu drehen, die Lesung von Bernhard Schlink im Literaturhaus München zu besuchen und zweimal schwimmen zu gehen.
First things first – das ist mein Motto. 😊
Welcher Urlaub steht für dich an?
Welcher Urlaub hat DICH völlig glücklich gemacht?
Gespannte Grüße und eine herrliche Sommerwoche
wünscht Deine und Ihre
Monika Scheddin
PS: weil mich schon einige fragten. Eberhardt Travel kann ich wirklich empfehlen (Empfehlung aus Überzeugung ohne Auftrag). Tip top! Und das war unsere Reise
