Noch eine „Da geht gar nichts- ich fühle mich machtlos“-Geschichte. Stattgefunden zu einer Zeit, als man noch ohne Bedenken innerdeutsch flog.

Ich sitze am Münchner Flughafen an meinem Abflug-Terminal und warte bis es so weit ist. Berlin ist mein Ziel, wo ich am nächsten Morgen für einen Vortrag gebucht bin. Noch eine gute Stunde Wartezeit. Ich in früh dran. Hochmotiviert und konzentriert arbeite ich an einem Text.
Nanu, denke ich irgendwann, jetzt müsste es aber mal langsam losgehen.
Es tut sich aber nichts. Ich werde etwas nervös und schaue auf die Beschilderung. Bilbao? Das Blut schießt mir in die Adern und ich bin alarmiert.

Tatsächlich, das Abfluggate wurde geändert und ich hatte nichts davon mitbekommen. Mit Sicherheit gab es dazu Durchsagen, doch, das kenne ich von mir: wenn ich gestresst oder hoch konzentriert bin, schalten sich meine Ohren ab. Automatisch. Einfach so.

Aufgeregt renne ich zur Information: Nichts zu machen, mein Flieger ist weg. Ohne mich.
Ich buche den nächsten Flug. Eine teure Angelegenheit.
Bitter!

In Berlin angekommen fehlt mein Gepäck.
„Nein“ sagt die Dame am entsprechenden Schalter: „Der Koffer kommt wahrscheinlich erst mit dem nächsten Flieger“. Dem letzten für diesen Tag. Aber da käme ich nicht mehr dran, denn der Zoll schließe schon um 22:30 Uhr. Alleinfliegende Koffer müssen vom Zoll überprüft werden. Da könne man nichts machen. „Wir werden ihr Gepäck wahrscheinlich direkt wieder zurück nach München schicken.“
Ende der Ansage. Streng und erbarmungslos.

Ich bin geschockt und sehe mich schon vor Managerreihen in schwarzen Anzügen im Freizeit Look ungestylt, notdürftig hergerichtet, meinen Vortrag halten.
Für einen kurzen Moment gebe ich mich geschlagen.
Doch dann denke ich: ist das wirklich wahr? Das wollen wir erst mal sehen! Noch ist das Spiel nicht verloren.
Ich mache mich auf den Weg zur Flughafen-Zollstation und erkläre zwei netten Zollbeamten, was mir passiert ist und was mein Problem ist.

„Dit wolln ma doch ma sehn!“ sagt der eine solidarisch.
„Jetzt warten wir erst mal ab, ob er Koffer im nächsten Flieger dabei ist“, sagt der andere.
„Danke“, sage ich hoffnungsvoll.
Kurz vor 24 Uhr bekomme ich dann meinen Koffer übergeben. Ein bisschen habe ich das Gefühl, die beiden Jungs freuen sich genauso wie ich.
Ich hinterlasse ihnen ein fürstliches Trinkgeld und mache mich spät auf dem Weg zu meinem Hotel. Mit Koffer!

Nützliche Coachingfragen

  • Ist das wirklich wahr?
  • Was, wenn es möglich wäre?
  • Wer oder was kann mir helfen?
  • Welche Wahrheit hast du bereits akzeptieren, die vielleicht gar nicht wahr sein muss?

Aufgegeben wird erst zum Schluss!

Immer wieder erlebe ich, dass Menschen eine unglaubliche Freude daran haben, zu helfen, wenn du sie an Bord holst und zu Verbündeten machst.

In dem Sinne wünsche ich euch eine schöne Woche

Deine und Ihre
Monika Scheddin

 

 

Foto: Masson via Canva