Vor vielen Jahren habe ich einen Kunden, Architekt, sehr für seine Kunst des grafischen Recordings bewundert. Mit schnellen, eingängigen Skizzen und wenigen Worten war er imstande, das Wesentliche eines Vortrages einzufangen. So visualisiert – besser als jedes Protokoll.

„Großartig!“ sagte ich, „Das würde ich auch gerne können!“

Ich hatte diesen Satz kaum ausgesprochen, da spiegelte sich in seinem Gesicht das blanke Entsetzen wider. Mein Kompliment empfand er als Bedrohung, wie sich später herausstellte. Er hatte Angst davor, dass ihm jemand (also ich) seine Idee stehlen würde.

Darauf wäre ich niemals gekommen. Glaube ich doch zutiefst daran, dass es für gute Leute überall genug Platz auf der Welt gibt. Wie viele gute Ärzte, gute Bäckerinnen, gute Schuster, gute Schneiderinnen & Co. kennen wir denn? Von den Guten gibt es immer zu wenig.

Jedes Jahr bilde ich Coaches aus. „Du züchtest dir doch deine eigene Konkurrenz heran!“ heißt es öfter mal. Dem Gedanken kann ich selbst nach 25 Jahren nicht folgen, denn ich sehe meine von mir selbst ausgebildeten Coach-Kolleg:innen als absoluten Gewinn. Denn nicht nur das Coach-Wissen und die Praxisübungen wirken. Auch die gesamte mitgebrachte Berufs- und Lebenserfahrung spielt eine Rolle. Noch dazu entwickelt sich jede:r anders weiter. Sehr gerne lade ich von mir ausgebildete Coaches als Gastreferenten ein und bin stolz wie Oskar, wenn ich von ihnen lernen darf.

Neid zeigt dir, wo dein Weg ist

Neid ist eine andere Form von Sehnsucht und damit eine gute Fährte. Nicht, dass ich nie neidisch wäre… Auf begnadete Tänzerinnen, berührende Schauspieler, Menschen, die vollends unbeschwert im Jetzt und Hier leben können. Sportler, die ultradiszipliniert an ihre Grenzen gehen können…

Doch ich unterteile in „weißen“ und in „schwarzen Neid“. Weißer Neid bedeutet: Das, was du kannst oder hast, gönne ich dir von Herzen, hätte es aber auch gerne für mich. Schwarzer Neid dagegen grenzt aus: Das, was du hast, will ich. Und zwar nur für mich. Dir gönne ich es nicht!

Schwarzer Neid tut nichts für uns. Doch her mit dem weißen Neid!

Auf wen bist du (insgeheim) neidisch? Für was?

Folge diesem Gedanken!

Eine schöne Woche wünscht von Herzen

Deine und Ihre
Monika Scheddin