Seit Wochen werde ich pünktlich um 7.00 Uhr morgens von massiv lärmenden Presslufthammern geweckt. Nur nicht, wenn ich verreist oder schon früher wach bin. Und die Großbaustelle wird sich noch monatelang hinziehen. Eigentlich sogar jahrelang (bis 2016), aber da mag ich nicht drüber nachdenken. Mit einer Selbstverständlichkeit werden die Nerven der Anwohner bis in die Abendstunden geplagt. Mir schon klar, dass die Bauarbeiter und Handwerker nur ihren Job tun. Und dennoch wäre es fein, wenn die Bau-Verantwortlichen ein wenig an die Anwohner denken würden.
Und ihnen zum Beispiel folgenden Brief schreiben würden:
„Liebe Anwohner, wir bauen gerade einen neuen schicken Laden- und Bürokomplex. Und schöne neue Mietwohnungen wird es auch geben. Die gefällten Bäume werden ersetzt und zudem herrliche Blumenbeete gepflanzt. Sie werden das Ergebnis mögen! Doch vorher wird leider das Alte abgerissen und das wird laut. Wir wissen, dass das unangenehm für Sie wird und dass Sie sich öfter mal gestört fühlen werden. Das tut uns leid! Wir versichern Ihnen, dass wir die Ruhezeiten von 12.00 bis 13.00 Uhr einhalten und auch nicht nach 18.00 Uhr lärmen. Als kleines Dankeschön für Ihr „Aushalten“ möchten wir Sie zur Eröffnungsparty nur für Anwohner einladen. Es gibt lecker Essen und Trinken und gute Musik. Datum vermutlich …. Sie erhalten rechtzeitig genaue Informationen. Sollten Sie in der Zwischenzeit etwas auf dem Herzen haben, schreiben Sie uns eine Mail an diese Adresse …. oder rufen Sie uns unter Telefon-Nummer …. an“.
So, oder so ähnlich. So eine Party kostet nicht die Welt, die Geste jedoch wäre unbezahlbar wertvoll. Und wenn man sich leicht beschweren könnte, wird man es nicht tun. Eben weil man so menschlich behandelt wird. Auf dem Dorf gibt es beim Häuslebau ein Richtfest – eben aus diesem Grund. Was hält die Städter eigentlich davon ab?
fragt sich
Monika Scheddin
