Anne und Kai hatten sich schon am Donnerstag darauf geeinigt, was sie am Samstag unternehmen wollen. Frühstück am Viktualienmarkt, Shopping und eine Kunstausstellung stehen auf der Agenda. „Wollen wir nicht doch lieber eine Rad-Tour machen?“, schlägt Kai am Freitag vor. Anne ist sauer. „Ich habe mich schon so auf Samstag gefreut, genauso wie geplant! Du immer mit deinen Änderungswünschen. Können wir nicht einmal unsere Pläne unverändert durchziehen?“Kai ist verdutzt. Er hatte nur das unverhofft gute Wetter nutzen wollen.
Auch im Coaching begegnen mir derartige Konflikte regelmäßig.
A. hat den Projektplan abgeschlossen, da kommt B. mit einem neuen, kurzfristigen Vorschlag um die Ecke. A. unterstellt B. Wankelmut und wenig Zuverlässigkeit. Außerdem verschafft B. mit den neuen Vorschlägen Extra-Arbeit. Von den ständigen Ideen, selbst kurz vor Ende der Abgabefrist fühlt sich A. belästigt.
B. dagegen stellt Ergebnisse immer wieder in Frage, wenn er bessere Ideen hat. Es ist für ihn überhaupt nicht schlimm, wenn man die Idee dann – aus welchen Gründen auch immer – nicht umsetzen kann. Hauptsache es gibt Anerkennung für seine Einfälle.
A. versteht bei jeder neuen Idee „Idee = tun. Und wer muss es wieder machen? Ich natürlich!“
Es ist der Kampf der Strukturierten gegen die Kreativen.
Für die Strukturierten ist wichtig: wer A sagt, muss auch B sagen.
Die Kreativen dagegen sind der Meinung: wer A sagt, muss nicht B sagen. Wenn der Gaul tot ist, steige ich ab.
Welche Haltung ist besser, wichtiger? Um es kurz zu beantworten: beide.
Wir brauchen sowohl Planungstreue und Verbindlichkeit als auch Kurskorrekturen und neue Ideen. Wichtig ist, dass die stark Strukturierten lernen, Ideen nicht als Belästigung und als to-do zu empfinden, sondern sie zunächst einmal wertfrei anzunehmen.
Die Kreativen dagegen dürfen ein Gefühl für Timing entwickeln. Wann sind Ideen noch angesagt, wann ist definitiv Sendeschluss? Wenn man es nicht einschätzen, kann man nachfragen:
„Ich hätte für Samstag noch einen Alternativvorschlag. Magst du ihn hören?“
„Ich habe für unser Projekt noch zwei Ideen. Hast du noch den Kopf frei dafür oder lieber beim nächsten Mal?“
Wenn du selbst starke Struktur und Ordnung brauchst, verbünde dich mit jemanden (gerne sympathisch), der oder die eher chaotisch unterwegs ist und die Meinung gerne ändert.
Wenn du dich schwer entscheiden kannst und die Vielzahl der Ideen dich von der Umsetzung fernhalten, dann verbünde dich mit jemanden, der sich leicht entscheidet und zur Fraktion „Macher“ gehört.
Wenn Wertschätzung im Spiel ist, kann man beidseitig sehr viel lernen und profitieren.
Hast du einen solchen Sparringspartner / Komplizin vielleicht schon gefunden?
Ich freue mich auf Beispiele und Kommentare.
Podcast
Für den Podcast „Mittelstand“ habe ich ein Interview gegeben zum Thema „Wer gut netzwerken kann, braucht sich im Leben keine Sorgen zu machen“. Hier der Link
Heute Abend um 18.30 Uhr per Zoom: Coaching-Kalender-Premiere
Ich freue mich auf euch heute zur Premiere vom 14. Coaching-Kalender 2023. Stellt euch ein Gläschen Sekt bereit, trefft wieder auf tolle TeilnehmerInnen und stoßt gemeinsam mit mir und uns an.
Ich stelle euch meine Lieblings-Kalender-Sprüche vor und es gibt 7 Tipps für einen guten Jahresabschluss und einen smarten Start in ein wunderbares, freies Jahr 2023.
Der Anmeldeschluss ist schon vorbei, aber wenn du noch dabei sein willst, dann schreibe mir bis 15.00 Uhr eine Mail und du bekommst den Online-Zugang noch. 😊
Eine wunderbare Woche wünscht
Deine und Ihre
Monika Scheddin
Foto: Canva / Pixelshot
