Vor vielen Jahren fragte ich meine Kollegin Edith: „Was tust du einem herrlichen, sonnigen Sonntag?“
„Och“ antwortete sie mir, „am liebsten sitze ich einfach da und denke.“
„Und du tust nichts?“, fragte ich fassungslos.
Wie absurd, als ob Denken kein Tun wäre. Insgesamt wird Denken überhaupt nur wertgeschätzt, wenn etwas Brauchbares dabei rauskommt. Eine Idee, ein Konzept, eine Strategie, ein Artikel, ein Buch, eine Produktinnovation. Das Denken an sich wird sehr schlecht behandelt.
Gestern war so ein schöner, sonniger Sonntag. Ich kam zurück von meiner Vortrags- und Seminarreise aus Stuttgart und saß eine ganze Zeit lang auf meinem Balkon und dachte nach. Ich tat nichts weiter als den Bienen dabei zuzuschauen, wie sie sich mit Wonne über meinen Lavendel hermachten.
Ich ließ mein Seminar „Lebe deine Träume – ein Seminar für Sehnsüchtige, Sinnsucher und Spätberufene“ nachwirken. Und war froh darüber, dass die Impulse, der Austausch und die Reflektionen für viele Teilnehmer beglückend und wertvoll waren. Andere wiederum gingen mit der Bestätigung nach Hause, dass sie mit ihrem Leben eigentlich schon ganz zufrieden waren.
Ein Teilnehmer wußte nun, er braucht jetzt mehr Langeweile, damit Kreativität Einzug halten kann.

Auch der Vortrag „Connection. Überzeugen mit Charakter, Charme und Charisma“ in Stuttgart am Vorabend war sehr gut besucht. Damit hatte ich nicht gerechnet, denn ein so schöner lauer Samstagabend verleitet doch gerne zum Biergartenbesuch.
Das Thema scheint auch familientauglich zu sein, denn eine ganze Familie Mutter, Vater, Tochter und Sohn (beide im Teenie Alter) hatte Freude. Insgesamt wurde viel gelacht, denn so einige Probleme und gefühlte Katastrophen eignen sich mit Abstand der Belustigung.
Diese Woche freue ich mich auf den Besuch des Tollwood Festivals mit einer Freundin und den Abschluss der Coaching Ausbildung 2022/23. Drei Tage, von Donnerstag bis Samstag, und ich entlasse erneut mit großer Freude, Stolz und etwas Wehmut frischgebackene Business Coaches in die Welt, die sie mit ihrem Können und ihrer Haltung besser machen werden.
Wenn etwas Neues in dein Leben kommen soll, musst du etwas Altes aufgeben, es sei denn, du leidest an zu viel Tagesfreizeit – den Satz kennen meine Kunden von mir nur zu Genüge.
Ich will mehr schreiben. Viel mehr schreiben und mir dafür Zeit nehmen – für die Recherche und zum Denken.

Deshalb habe ich mich entschlossen, nach 27 Jahren meinen Business Club zu schließen. 27 Jahre sind fast die Hälfte meines Lebens.
Wir hatten so eine turbulente, vergnügliche, tatkräftige Zeit zusammen. Wir hatten wunderbare Abende mit wertvollen Redner:innen, Kongresse, Ausflüge und Reisen – nach Salzburg, Tel Aviv und Indien. Den Club Mitgliedern habe ich meine Entscheidung schon letzte Woche mitgeteilt und die vielen persönlichen, unfassbar wertschätzenden Nachrichten, die mich erreichten, machen mich glücklich und auch ein wenig sentimental. Eine Entscheidung bringt immer auch ein wenig Bedauern für die Alternative mit sich.
Timing ist wichtig für den persönlichen Erfolg.
Und diese Entscheidung war genau jetzt goldrichtig
Mit großem Vergnügen werde ich auch weiterhin coachen, neue Coaches ausbilden, Vorträge und Seminare halten und ganz viel schreiben.
Aber ich werde keinen Business Club mehr leiten.
Was würdest du tun, wenn du wild entschlossen wärst?
Eine wunderbare Woche wünscht von Herzen
Deine und Ihre
Monika Scheddin
Foto vom Vortrag c Dagmar Hempel – mit Dank
