Vergangenen Samstag habe ich an einem Golfturnier teilgenommen und unser Team hat doch tatsächlich den zweiten Platz gemacht. Damit hatte ich nicht gerechnet! Große Freude.

Es wurden Spenden gesammelt für eine Kinderklinik und Reden gehalten. Ein Vorstandsmitglied des Golfclubs war spürbar nervös in seiner Rede und eine Golferin am Ende sagte sogar freimütig, dass sie ganz aufgeregt sei, denn sie habe noch nie öffentlich geredet.

Ich finde es sympathisch, wenn Menschen emotional durchlässig sind. Wenn man ihnen also anmerkt, wie sie sich fühlen. Das schafft Vertrauen.

Gleichzeitig kann man Reden lernen und sogar dabei Freude entwickeln.

«Bist du eigentlich nie mehr aufgeregt, wenn du einen Vortrag hältst?» fragte mich neulich eine Kundin.
Doch, bin ich. Immer wieder. Ich finde Aufregung vor einer Rede ist auch ein Zeichen von Respekt. Gleichzeitig habe ich als professionelle Speakerin inzwischen gelernt, mit Aufregung auch professionell umzugehen.

Gute Vorbereitung
Vor einigen Wochen habe ich einen neuen Vortrag zum Thema «Werte» gehalten. Noch dazu auf Englisch. Meine Vorbereitungszeit von Text schreiben, reduzieren, Präsentation erstellen und üben betrug ca. 1 Woche – netto.

Und auch «alte» Vortragsthemen bereite ich immer wieder vor. Ein neuer Einstieg, frische Inhalte, eine gute Geschichte, die genau zu dieser Firma passt.

Annehmen, was ist
Eine Miniform von Aufregung ist bei mir bei jedem Auftritt dabei und darf auch bleiben. Manchmal bin ich jedoch nervös ohne Grund. Woran ich es merke: wenn mein Hals trocken wird. Wenn ich es registriere, bekommen es auch alle anderen mit. Und das macht gar nichts. Es hilft nur eins: eine kleine Pause machen, Wasser trinken, weitermachen.

Umwandeln in Stärke
Jede Pause, die ruhig ausgehalten wird, wirkt nach Außen wie Stärke. Das Publikum ist Rednern dankbar, die nicht durch ihren Vortrag hetzen, denn die Menschen hören die Inhalte ja zum ersten Mal.

Punkt. Pause. Gut!

Diesen Satz bringe ich im Rhetorik-Training meinen Teilnehmern bei. Am Ende (des Satzes und) der Rede mit der Stimme nach unten, dann weiß das Publikum, dass du fertig bist. Pause, das heißt am Ende ruhig stehenbleiben und das Publikum anschauen. Dem Fluchtreflex nicht nachgeben. Den Applaus genießen und in Gedanken sich selbst auf die Schultern klopfen: Gut gemacht! Gerne strahlen. Für dieses «Gut!» braucht es keine perfekte Rede.

Ich finde im Nachhinein immer das eine oder andere, was ich hätte besser machen können.

Umso mehr freue ich mich über Feedback! Vor allen Dingen, wenn es so zauberhaft formuliert ist:

Liebe Frau Scheddin,
Ihr Auftritt an diesem warmen Spätsommerabend in Zürich hat unser Kader begeistert. Sie haben mit Witz, Charme und Anschauung aufgezeigt, wie man auf dem schmalen Grat wandelt, wenn man beliebt und einflussreich sein will, ohne sich in der Kunst des Networkings plump anzubiedern. Wie Kommunikation auf Augenhöhe gelingen kann, wie man an den Netzwerken in seinem Umfeld baut – das haben Sie uns beigebracht.
Die zweihundert Kaderleute waren mucksmäuschenstill und haben danach angeregt über das Gehörte geredet – jede*r hatte etwas, das er oder sie nach Hause nehmen konnte. Pfiffig und unterhaltsam war’s ohnehin. Besten Dank!
Herzliche Grüsse aus dem sonnengefluteten Zürich
Mathias Ninck, Sicherheitsdepartement Stadt Zürich
Danke, lieber Herr Ninck, dass ich die Erlaubnis habe, Ihr Feedback offiziell zu nutzen.

Was wir manchmal vergessen:
Deine ersten Schritte bist du nicht so sicher gelaufen, wie die mit drei Jahren.
Deine ersten Worte, die du je gesprochen hast, waren nicht so sprachgewandt wie die, die dir jetzt möglich sind.
Dein erstes Bild wird nicht so gut gemalt sein, wie dein vierzigstes Bild.
Deine erste Golfrunde wird niemals so gut sein, wie die nach zwei Jahren.
Dein erstes Coaching wird nicht so souverän sein, wie dein zwanzigstes.
Die erste Rede wird niemals so gut sein, wie die dreißigste.

Die Magie liegt im Beginnen. Der Erfolg kommt beim Dranbleiben und Genießen.

Meine jährliche Coaching-Ausbildung beginnt in gut zwei Wochen, am 19. Oktober. Noch eine Woche lang kann man sich anmelden.

Gerne weitersagen. Hier sind alle Informationen zur Ausbildung

Mögen wir alle immer wieder den Zauber des Beginnens erfahren. Niemals damit aufhören.

Eine herrliche Herbstwoche wünscht

Deine und Ihre
Monika Scheddin

PS: endlich habe ich nach 3 Wochen einen neuen Kühlschrank.