Die meisten Menschen erklären bei beabsichtigten Verhaltensänderungen „Ich will aber authentisch bleiben!“.

Authentizität ist die Belohnung für Verhalten, keine Voraussetzung. Kann man z.B. bei einem Kündigungsgespräch wirklich authentisch sein und seine wahren Gefühle zeigen (z.B. wenn ich als Führungskraft mein Gegenüber für höchst kompetent halte und es traurig finde, dass sein suboptimal motivierter Kollege nur deshalb im Unternehmen bleiben kann, weil er „unkündbar“ ist)?

Hier noch ein Bespiel bei dem die wahren Gefühle besser beim Besitzer bleiben:

Auf seiner Indienreise stand der ehemalige Ministerpräsident Stoiber einst vor dem Taj Mahal, dem Palast, den ein Prinz seiner verstorbenen Geliebten zum Gedächtnis gebaut hatte. Auf die Frage, was er von dem Monument halte, antwortete er spontan, was er wirklich dachte: „Verschwendung von Ressourcen“.

Als ihm sein Berater zuzischte: „Chef, so geht das nicht“, probierte es Stoiber noch einmal. „Ein Monument der Liebe“ verbesserte er.

Authentizität ist zudem etwas, was uns andere bescheinigen können – und nicht wir selbst.

Herzliche Grüße

Monika Scheddin