Neulich fragt mich ein Kunde „und wie lernt man Großzügigkeit?“

Wir sind im Coaching darauf gekommen, dass ihm Großzügigkeit in seiner Führungsrolle sehr nutzen könnte.

Tja, wie lernt man Großzügigkeit? Eine sehr gute Frage.

Ein erster guter Schritt ist folgender: Ersetzen Sie „ist“ durch „wirkt“.

Ruckzuck fällen wir Urteile über Andere. „Der ist arrogant, rücksichtslos, egoistisch!“ Und mit unseren Gedanken sind wir leicht gnadenlos.

Wenn wir uns sagen „diese Person wirkt rücksichtlos“, lassen wir grundsätzlich viele Optionen offen.

Ein Beispiel dazu, dass ich neulich beobachten konnte.

Ein älterer Herr radelt mühsam die Straße entlang. Dabei fällt ihm das Fahrradschloss herunter. Er merkt dies und hält an. Er steigt vom Fahrrad herunter und muss zurückgehen. Ein junger Mann kommt ihm entgegen, passiert die Stelle mit dem Fahrradschloss und geht ungerührt vorbei. Der alte Mann ist erbost. Ihm fallen die Bewegungen schwer, doch für den jungen Mann hätte es kaum Mühe bereitet. „Warum hilfst Du mir nicht und bringst mir das Schloss mit!“ raunzt er den Jungen an. Der schaut leicht verwirrt, geht zurück, holt das Fahrradschloss, übergibt es dem alten Mann und sagt: „Entschuldigen Sie bitte, dass ich so unaufmerksam war. Ich habe gerade erfahren, dass ich durch die Abiprüfung gefallen bin und ich weiß nicht, wie ich es meinen Eltern beibringen soll.“

Wer sich so oder so verhält, muss nicht so oder so sein.

Erlauben Sie sich diesen Gedanken.

Großzügigkeit tut nicht nur Anderen gut, sondern ganz besonders auch uns selbst.

Herzliche Grüße

Monika Scheddin