Anna hasst ihren neuen Job. Anders als verabredet, muss sie sich ständig um Zahlen kümmern. Um Kleinkram. Sie ist eigentlich eine Frau, die gerne organisiert und mit Menschen zu tun hat. Besonderen Widerwillen verschafft ihr die Reisekosten-Abrechnung. Sie muss sie auf Korrektheit überprüfen, bevor das Geld überwiesen werden kann.

Anna schiebt es so lange auf, bis es nicht mehr geht. Sie quält sich. Überprüft akribisch. Und weil es so lange dauert, bekommt sie Nachfragen. Mal höflich, meistens jedoch ungehalten, denn die Menschen warten auf ihr Geld.

Muss ich das jetzt tun? Die Coachingfrage mit 5 unterschiedlichen Betonungen – die nutze ich in solchen Fällen gerne.

1) MUSS ich oder will ich? „Muss“ erzeugt Druck, „ich will“ gibt Motivation.  Diese Tätigkeit gehört zu Annas Aufgaben und sie will sie auch gut erledigen. In ihrem Fall ist es eine Mischung aus „muss“ und „will“

2) ICH oder kann es noch jemand anders tun? Nein, der Job ist ausschließlich bei Anna aufgehoben und es gibt auch niemand sonst, der ihn erledigen könnte

3) DAS:  Wie genau erledige ich diesen Job und gibt es Optionen? Womöglich sogar Optionen mit denen es besser geht?

4) JETZT:  Wir haben meistens so lange einen Motivationsprobleme, bis wir ein Zeitproblem haben. Lass ich eine Tätigkeit nur lange genug liegen, wird aus dem „kann ich auch nächste Woche erledigen“ ein „Muss heute raus!“. Dieser Druck ist selbstgemacht.

5) TUN: es gibt genügend Tätigkeiten im Job, die so sinnlos sind, dass man sie tatsächlich lassen kann (z.B. das eine oder andere Protokoll). In Annas Fall jedoch nicht.

Wir sind ihre Tätigkeit anhand der 5 Betonungen miteinander durchgegangen und ich stellte Anna ein paar Fragen:

  • Musst du jede einzelne Reisekostenabrechnung 100 % akribisch überprüfen?
  • Wie viel Zeit brauchst du dafür?
  • Was, wenn du mehr vertrauen würdest? Wie viel Zeit würdest du sparen?
  • Gibt es bestimmte Menschen, die die Reisekosten Abrechnung generell etwas lockerer sehen oder fantasiebegabt sind? Wenn ja, vielleicht reicht es aus, diese besonders akribisch zu überprüfen?
  • Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, situationsorientiert genau hinzuschauen, also Stichproben vorzunehmen?
  • Was kannst du tun oder lassen, damit dir diese Aufgabe mehr Freude macht?
  • Wer oder was könnte dir helfen?
  • Was könnte es etwas besser machen?

Manche Dinge liegen uns nur deshalb zentnerschwer auf dem Magen, weil wir dagegen sind.

Als Unternehmerin kann ich mir mein Leben frei gestalten und trotzdem habe ich Dinge zu tun, die ich lieber lassen würde. Akzeptieren und aushalten gehört zum Leben dazu – beruflich und privat.

Beruflich jedoch sollten wir langfristig dafür sorgen, dass unliebsame Tätigkeiten auf Dauer nicht mehr als 20 bis 30 Prozent unserer Zeit ausmachen.

Anna ist verdutzt, wie viele Möglichkeiten sie doch eigentlich hat und so staune ich als ihr Coach nicht schlecht, dass sie mir in der nächsten Woche schreibt: „Habe alle Reisekostenabrechnungen innerhalb von zwei Tagen erledigt.“

Bingo!

Wie kannst du dir die Dinge freudvoller und leichter machen?

Wenn ich so nachdenke, brauche ich unbedingt einen neuen, schnurlosen, fancy Staubsauger. Habt ihr Tipps für mich?

Und ich glaube, ich brauche ebenfalls dringend die sensationelle Jamie-Oliver-Bratpfanne, die meine tolle Coach-Kollegin Äinschi Jacobsen für ihre gesunde, vegetarische Kohlrabilasagne im Testkosten für uns genutzt hat.

 

Programm-Hinweis

„Wieso bietest du Schlagfertigkeit nur für Firmen an?“ wurde ich gefragt. Berechtigte Frage und den Zustand ändere ich hiermit sofort:

Neu im Programm ist mein Seminar „Schlagfertigkeit“ – virtuell per Zoom

am Montag, 25. November von 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr.

Kommt in Scharen – es lohnt sich!

 

Eine wunderbare Woche wünscht

von Herzen Deine und Ihre

Monika Scheddin