Es war eine Woche zum tief-Luftholen. Trump gewinnt die US-Wahlen und in Deutschland zerbricht die Ampel-Koalition. Zum zweiten Mal wird ein Mann Präsident, der nachweislich lügt, betrügt und Menschenrechte mit Füßen tritt.
Ich persönlich hätte nicht geglaubt, das dies so möglich ist. Zumindest nicht in dieser Deutlichkeit. Für die Mehrheit jedoch war und ist Trump ein Hoffnungsträger für ein besseres Leben. Sie fühlen sich missverstanden, nicht gesehen und ausgebeutet. Knapp die Hälfte aller Amerikaner hat laut einer Studie der US-Notenbank keine 400 Dollar für Notfälle zur Verfügung.
Auch wenn wir uns einen anderen US-Präsidenten oder besser noch eine Präsidentin wünschten, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Wahl der Menschen zu akzeptieren. Gleichzeitig dürfen wir Gefühle zeigen: Ärger, Traurigkeit oder Angst.
Doch dann gilt: Weitermachen. Am besten besser.
Wie sagte Churchill so treffend: Erfolg ist nicht endgültig. Scheitern nicht tödlich. Es kommt auf den Mut an, weiterzumachen.
Wie sehr würde ich Berufspolitikern ein verpflichtendes Studium in Sachen Diplomatie und Streitkultur auf Augenhöhe gönnen, damit sie lernen, bei unterschiedlichen Positionen nicht bewusst und willentlich Öl in die Wogen zu gießen, um dann erstaunt zu tun, wenn der gemeinsame Weg ein Ende hat.
Kluges Verhandeln hat immer – neben den eigenen Interessen – auch das gemeinsame Interesse im Sinn.
Ich wundere mich, dass ausgerechnet die superfreundlichen Amerikaner und die superhöflichen Engländer politisch so ausflippen können und jeden Anstand vergessen. Vielleicht ist es eine gute Zeit, sich – wenn die Wogen etwas geglättet sind – auf eine gewaltfreie Kommunikation (wie Marshall Rosenberg seine Methode schon in den 1960er Jahren nannte) zu einigen: in Politik, Wirtschaft, in den Medien und in der Gesellschaft.
Wir alle wissen: wir können das Verhalten anderer nicht verändern. Doch wir können ein Vorbild sein für gutes Verhalten.
Jetzt erst recht.
Ich bin eine große Freundin der Aktion „Random Acts of Kindness“, tägliche Rationen an Nettigkeiten für andere Menschen, z.B.
- Unterstütze jemanden finanziell in deinem Umfeld (vielleicht auch anonym)
- Rufe jemanden an, den du lange nicht gesprochen hast (auch wenn er/sie „dran“ wäre)
- Halte Menschen die Türe auf
- Biete im Bus / in der U-Bahn deinen Sitzplatz an (einfach, indem du ihn freimachst für eine bedürftige Person)
- Verteile großzügig Komplimente – auch Fremden
- Gib den Paketzustellern Trinkgeld
- Koche für eine bedürftige Person mit
- Biete deine Hilfe an
- Bedanke dich bei deinen Dienstleistern für ihren Support (die Rechnung bezahlen reicht nicht)
- Grüße alle Menschen, die dich anschauen
- Grüße den Busfahrer, die Busfahrerin (auch wenn sie dich nicht angeschaut haben)
- Lächele, wenn du grüßt
- Lass jemanden vor an der Supermarktkasse, der es eilig hat
- Hilf jemanden, der sich nicht auskennt
- Bringe Fundsachen zum Fundamt
- Bezahle Rechnungen sofort (wenn es geht)
- Tausche die leere Klopapierrolle aus, auch wenn es nicht deine Toilette ist
- Sei freundlich zu dir selbst: niemand ist perfekt und niemand ist dauernd vorbildlich unterwegs!
Was sind DEINE Nettigkeiten für andere?
Der Philosoph Dr. Christoph Quarch empfiehlt diese Woche in seinem Newsletter:
Wohlwollen statt Hass, Freundlichkeit statt Häme, Dank statt Spott, Lob statt Tadel, Gemeinsinn statt Eigensinn.
Jawohl!
Jetzt erst recht.
Eine schöne Woche – voll mit positivem Trotz
wünscht von Herzen
Deine und Ihre
Monika Scheddin
