Als ich noch angestellte Managerin war, kam ich ganz schön herum: In Skandinavien, England, USA, in Deutschland sowieso. Meine Freunde fanden das großartig. Doch wie oft habe ich nicht wesentlich mehr als Autobahn, Flughafen und Konferenzraum gesehen. Bin auf den letzten Drücker an- und abgereist, um möglichst wenig Arbeitszeit zu verlieren. Sich auszubeuten galt damals irgendwie als chic.

First things first

Als ich dann bemerkte, wie wenig erfüllend so ein Konferenzraum sein kann, habe ich begonnen, bei jeder Reise als erstes ein persönliches Tages-Highlight zu finden. Außerdem dürfen auch Anreise und Rückfahrt schön sein. Wie soll ich strahlen und gute Laune verbreiten, wenn ich mich selbst mies behandele?

Vorbereiten, denn auf Kommando bin ich selten einfallsreich.

In meinem Outlook-Adressbuch finde ich heute unter „B“ wie „Berlin“ Dinge, die ich mir dort anschauen oder ausprobieren möchte, wenn ich das nächste Mal vor Ort bin. Das kann ein Hotel oder Restaurant sein, eine Ausstellung oder ein besonderer Laden. Die crazy Schuhmanufaktur „Trippen“ habe ich so einst in den Hackeschen Höfen entdeckt. Außerdem notiere ich mir, wen ich treffen oder kennenlernen möchte, wenn ich in der Stadt bin. Das gleiche gilt bei mir für Frankfurt, Hamburg, Köln, Nürnberg …. Denn auf Kommando bin ich selten einfallsreich. Ohne Vorbereitung mache ich nur das, was ich immer gemacht habe. Noch bevor ich das Geschäftliche plane, organisiere ich meine Inspirationsinseln, meine Belohnung.

Wahrnehmung schärfen & Genießen

Im Herbst habe ich im Krumbacher „Atelier am Wasserschloss“ gemeinsam mit 3 anderen Hobby-Malerinnen ausgestellt. Um 15.00 Uhr begann die Vernissage und es gab noch einiges bis dahin zu tun. Ich habe gelernt: wenn du einmal im Trubel drinsteckst, steckst du drin. Und so habe ich mir noch vorher einen kleinen Spaziergang gegönnt.  Auf dem Weg zum Treffpunkt „Café Zitherbäck“ führt eine kleine Brücke über den beschaulichen Fluss Kammel. Das Wasser ist spiegelglatt. Ich bewundere herrliche Stockrosen. Da kommt ein wunderschöner Eisvogel geflogen. Schwingt sich elegant über den Fluss, unter die Brücke und ist auch schon verschwunden. Wow! Was für ein Moment. Mein catch of the day. Zum zweiten Mal im Leben habe ich einen Eisvogel gesehen.

Selbst zehn Minuten Privatheit pro Tag können reichen. Sehen, riechen, genießen. Da braucht man keine Meditation mehr.

Und damit schöne Erlebnisse dauerhaft in meinem Langzeitgedächtnis bleiben, kommen sie ins Dankestagebuch (in meinem Fall ins Hirni) oder ich schreibe einen Blogartikel. 😊

Zusammengefasst meine Top 3 Tipps

  • First things first: Erledige eine Sache, die dich deinen Zielen näherbringt, die dich glücklich macht, vor der Mittagspause. Und der Tag macht dich glücklich.
  • Behandele dich jeden Tag gut. Genieße auch den Weg.
  • Am Ende des Tages drei Dinge aufschreiben, für die du dankbar bist.

Was ist Deine / Ihre Strategie, um Lebensfreude in den Alltag zu bringen?

Gespannte Grüße aus München
Ihre und Eure Monika Scheddin

 

P.S. am 20. März ist Weltglückstag – International Day of Happiness. Ich glaube, glücklich zu sein, ist eine Frage von Demut, Dankbarkeit und etwas, wofür ich mich entscheiden kann. Nicht,  dass es immer gelingen muss. Versuch und Wiederholung helfen.