„Das ist total unsensibel!“ empört sich A. über einen gemeinsamen Speakerkollegen. „Die meisten Redner haben kaum noch Aufträge und da prahlt er im eigenen Berufs-Verband, dass er sich vor Aufträgen kaum retten könne.“ Ich kann gut verstehen, was sie meint.

I love my life
„Ich konnte es einfach nicht ertragen und habe diesen Kontakt sofort gelöscht“, erzählt mir eine Kundin.
Was war passiert? Eine Bekannte hatte auf Facebook ein opulentes Hochglanzfoto von sich in Luxus-Ambiente mit dem Ausruf „I love my life“ gepostet. „Meine Tochter ist gerade schwer erkrankt und zudem haben wir durch Corona finanzielle Sorgen und sie protzt mit ihrem Luxus. ICH liebe mein Leben gerade überhaupt nicht!“
Das kann ich nachvollziehen.

Darf man sich also nicht mehr offiziell freuen, nur weil es da draußen mit Sicherheit immer auch Menschen gibt, denen es aus unterschiedlichen Gründen schlecht geht?
So ist es nicht. Wer sich wahrhaftig zeigt, auch über Tiefschläge, Rückschläge und Herausforderungen spricht, dem gönnt auch jeder eine Glückssträhne.

Ich werde nie die Situation vergessen, als ich in den Anfängen meiner Selbständigkeit einen Abend im Kreise betuchter Damen verbringen durfte. Ich machte mir Sorgen, ob ich so viel Umsatz heranschaffen würde, um alle laufenden Kosten inklusive Miete und Gehälter bezahlen zu können. Und da saß ich als mentales Häufchen Elend inmitten satter Damen, deren größtes Problem zu sein schien, ob sie in eine neue Ferienwohnung investieren oder doch lieber in eine Beauty-OP. Selten fühlte ich mich so deplatziert und war es auch.

„Das haben wir uns jetzt verdient!“ sagt der Manager und freut sich aufs Gourmet-Dinner. „Gar nichts hast du dir verdient!“, schnauft eine Bekannte. „Denn mit welchem Recht geht es dir so gut und auf der anderen Seite der Welt gibt es Kinder, die hungern müssen? Überhaupt nichts hast du dir verdient. Glück hast du gehabt.“

Ich bin überrascht. Und jedes Mal, wenn ich denke: „Das hast du dir verdient“, taucht nun ihr Satz auf. Ich weiß nicht, ob er wahr ist. Auf jeden Fall hat er mich nachdenklich gemacht

Ich glaube, es ist gut, sich überhaupt hemmungslos freuen zu können. Und diese Freude darf auch geteilt werden.
Wenn wir gleichzeitig Demut bewahren und auch an die denken, denen es gerade aus unterschiedlichen Gründen nicht so gut geht, dann beweisen wir Sensibilität.

Wer von euch gerade Ängste oder Sorgen hat, ich bin in Gedanken bei euch!

Von Herzen
Deine und Ihre Monika Scheddin

 

P.S. den 2. Termin für die Premiere Divenkalender 2021 haben wir auf Montag, den 16. November um 18.00 Uhr verschoben.

Trinke mit mir gemeinsam ein Gläschen (online per Zoom) und erfahre die 5 Dinge, die wir tun oder lassen können, wenn es Krisen oder andere Unwägbarkeiten in unserem Leben gibt.

Bitte gib mir Bescheid, wenn Du dabei sein willst und ich lasse Dir den Link zusenden.

 

Foto: Divenkalender