Es ist erstaunlich, wie sich manche „Entscheider“ benehmen.
Eine Kundin berichtet von ihrem Vorstellungsgespräch. „Und, wie ist es gelaufen?“ frage ich. „Ich fange da nicht an!“ ist die Antwort und ich erfahre auch sofort, warum. Der potenzielle Chef hatte während des Interviews ungeniert Pizza gegessen.

Nur zwei Tage später berichtet mir eine Freundin von ihrem Vorstellungsgespräch. Auch sie winkt ab. „Das ist nichts für mich. Wir waren zu dritt: der Personaler, mein Vorgesetzter in spe (B.) und ich. Während der gesamten Zeit hat B. immer wieder auf sein Handy geschielt, kurze Textnachrichten geschickt und sich einmal sogar mehr als zehn Minuten für ein „wichtiges“ Telefonat ausgeklinkt. Dem freundlichen Personaler war es mehr als peinlich.“

Was manche wohl noch nicht verstanden haben, bei Bewerbungsgesprächen geht es nicht allein darum, die Kompetenzen und Erfahrungen der Kandidaten einzuschätzen, es geht vor allem darum, fürs Unternehmen zu werben und Interesse und Wertschätzung zu zeigen. Wie das geht? Indem ich jemanden meine volle Aufmerksamkeit schenke und wirklich und wahrhaftig zuhöre.

Die beiden „Entscheider“ haben noch nicht einmal die Stufe 1 aus den 10 Stufen des Zuhörens nach Wladislaw Jachtchenko (aus seinem Buch „Weiße Rhetorik: Überzeugen statt manipulieren“ geschafft.

Jetzt könnte man sich über die Zeitverschwendung ärgern oder aber sich um eine Erfahrung reicher fühlen.

Du kannst dich über alles aufregen,
aber du bist nicht dazu verpflichtet.

In dem Sinne wünsche ich eine schöne Herbstwoche.

Ihre und Deine
Monika Scheddin