Seit letztem Donnerstag, 24. Februar haben wir nun Krieg mitten in Europa. Russland greift die Ukraine an. Das haben wir befürchtet, aber, so ging es mir zumindestet, richtig dran geglaubt habe ich nicht. Nun ist es also traurige Realität. Schreckliche Realität im Jahre 2022, 77 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges.

Alle Konflikte basieren auf mangelnde Wertschätzung. Beide Seiten hätten sich mehr gewünscht.
Ganz besonders die Personen wünschen sich mehr Wertschätzung, die sie in unseren Augen überhaupt nicht verdienen. Ich frage mich, wer mit wem verhandelt hat und wie diplomatisch, psychologisch die Verhandler ausgebildet waren. Gab es versierte politische Berater mit den Fertigkeiten eines Marshall B. Rosenbergs, dem Erfinder der gewaltfreien Kommunikation?

Und warum eskalierte es jetzt und nicht wesentlich früher?
In Konflikten geht es selten um Fakten, um die Wahrheit. Es geht auch nicht darum, wer die besseren Argumente hat. Meistens geht es um Gehört-werden, um Gesehen-werden. Genau das beklagte Putin explizit: Er fühlte sich nicht gehört.

In Konfliktsituationen fragen sich Therapeuten und Coaches gleichermaßen: Welche Gefühle hatten die Parteien und welche Bedürfnisse sind damit verbunden?

Genau hinschauen, wirklich verstehen wollen ist noch keine Lösung, aber es ist ein vielversprechender Anfang. Wichtig: Zuhören heißt dabei noch lange nicht auch zustimmen.

Ich finde, dieser Text von Hjalmar Söderberg passt sehr gut.

Es ist zum Mäusemelken. In Konfliktsituationen ist Timing absolut wichtig. Einfühlungsvermögen und Verstehen-wollen stehen am Anfang. Ist das Kind einmal in den Brunnen gefallen, ist Vertrauensaufbau schwierig.

Es bleibt ein Schock, dass es einem einzigen Menschen möglich ist, soviel Unglück willentlich zu verursachen – heute genauso wie vor 80 Jahren.

Nachdenkliche Grüße sendet
Ihre und Deine
Monika Scheddin