Ich zahle gerne Steuern, denn nur wer Gewinne macht, muss und kann auch Steuern zahlen. Ich weiß, wovon ich rede, denn es gab auch Zeiten im Zuge meiner Unternehmensgründung, in denen ich keine Steuern zahlen musste.

Was mir aber ein wenig gegen den Strich geht, sind unhübsche Worte wie „Zahllast“,  „Steuerschuld“,  „Versäumniszuschläge“ …. Irgendwie klingt das Wort „Steuerschuldner“ so, als hätten wir etwas falsch gemacht.

Aber meckern kann jeder. Was hätte ich denn gerne stattdessen? Also ich fände es hübsch, einen Brief wie in dem folgenden Beispiel zu erhalten:

„Liebe Monika Scheddin, herzlichen Glückwunsch: Ihr Jahr 2015 ist ja super gelaufen. Wir freuen uns mit Ihnen. Sie haben einen Gewinn erzielen können, Sie geben x Personen eine Arbeitsstelle …. Damit gehören Sie zu den 33% * der Steuerzahler, denen das im letzten Jahr gelungen ist. Sie können stolz auf sich sein, denn: Im Jahr 2009 haben Sie ganz allein folgende Staatsausgaben finanziert: 2 cm Autobahn oder 2 Kinderspielplätze oder eine Straßenlampe inklusive Beleuchtung oder 10 Stadtbäume oder die neue Kundentoilette im Finanzamt Stadtmitte …. Wir bedanken uns im Namen der Gesellschaft für Ihren Beitrag und wünschen Ihnen auch weiterhin recht viel Erfolg! Mit freundlichen Grüßen Elfriede Hinterhuber Finanzamt München-Südost“

Ja, genau, ein solch’ persönliches Schreiben mit persönlicher Unterschrift und der Angabe der Verwendung meiner Steuergelder würde mir gefallen. Und wenn es eine Stelle für deutsches „Abgabenmarketing“ gäbe, bedeutete dies vielleicht 50 neue Arbeitsplätze, weniger Steuerflüchtlinge und so eine Art positiven Nationalstolz in Sachen Steuern zahlen. Ist das nicht einen Gedanken wert?

Wünschte sich Monika Scheddin (am 22.2.2010)

P.S. In Sachen Steuergerechtigkeit frage ich mich allerdings schon länger, warum jeder Handwerker seine Arbeitskleidung steuerlich absetzen kann, wir unseren Businessdress (den wir niemals privat tragen) aber nicht?

P.P.S. kaum sind fünf Jahre vergangen, erhalte ich diesen Brief (26. Januar 2015):

„Sehr geehrte Frau Scheddin, als Mitglied der evangelischen Kirche haben Sie unsere Arbeit im vergangenen Jahr durch Ihren Kirchensteuerbeitrag unterstützt. Dafür danke ich Ihnen herzlich … Denn mit Ihrer Hilfe können wir vielfältige Aufgaben erfüllen …. Ihr Mitgliedsbeitrag ist für uns keine Selbstverständlichkeit…..“

Das finde ich gut!

 

* alle Zahlen sind frei erfunden. Wer korrekte Angaben hat – gerne her damit!