Drei turbulente Coachingtage liegen hinter mir. Das letzte Modul der Coaching-Ausbildung. Nach dem Testing bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Zertifikat. Herzlichen Glückwunsch, ihr habt einen tollen Job gemacht!!! Am Freitagabend genossen wir gemeinsam unsere Zusammenarbeit bei einem göttlichen Essen (ich sage nur Fischplatte). Freude über das Geleistete und Abschiedsschmerz vermischen sich.

Am Tag danach – das kenne ich nur zu gut – liegt mir der Sinn nach Vereinzelung. Nicht viel reden. Gerne Bewegung, schweigen, denken.

Während sich meine Teilnehmer aufmachen zu neuen Ufern – jetzt oder später, im Kleinen oder Großen, übergeben andere den Staffelstab. Das Schöne und das Schreckliche gleichermaßen bilden das Leben.

Meine Freundin Renate Coch ist tot. Freundin, Kollegin, Sparringspartnerin.

Vor zehn Jahren haben wir uns bei der Kabarett-Akademie in Bad Kissingen kennengelernt. Genauso lange lebte sie mit dem Krebs. Kaum jemand wusste es, denn Renate wollte nicht als Kranke angesehen werden. Sich eben nicht der Krankheit widmen, sondern dem Leben. So gründete sie das Comedyinstitut in Köln und machte es erfolgreich. Gönnte sich zwei längere Inspirationsurlaub alleine in Thailand. Bewegte sich dort in Coworking-Spaces und im Tuk-Tuk durch die Orte. Renate war gut vernetzt und immer für Überraschungen gut. Bis zuletzt las sie Bücher und bildete sich fort.

In den 10 Jahren Comedy-Institut hat sie so, so vielen Menschen geholfen und sie auf den Weg gebracht. Es gibt ein Kondolenzbuch, in das ich aktuell täglich schaue, weil es mir Trost gibt. Dort kann man nachlesen, was sie ihren Kunden und Freunden bedeutet und was sie bewirkt hat. Ich staune immer wieder neu vor dieser Lebensleistung.

Wir konnten uns letzte Woche noch voneinander verabschieden. Dafür bin ich dankbar.

Renate wurde 55. Eine Schnapszahl – das hat ihr bestimmt gefallen. 😊

Chapeau Renate!

Wir können die Toten am besten dann ehren, wenn wir bewusst leben. Jeder Abschied ist auch eine Einladung, das Leben neu zu betrachten.

Mehr Leben, weniger Bürokram.

Mehr Freundlichkeit, weniger Arroganz und Unhöflichkeit.

Mehr echten Kontakt zu Menschen, weniger Handy.

Mehr Zuhören, weniger Social Media.

Mehr Fehler, weniger Angst.

Und sich insgesamt nicht verrückt machen lassen.

 

In dem Sinne: lasst es krachen.

Deine und Ihre Monika Scheddin