Ich wünsche euch allen einen schönen Ostermontag und melde mich wie versprochen zurück. Vor ein paar Tagen bin ich aus Japan zurückgekommen, nach einer dreiwöchigen Reise durchs Land.
Reisen hat mich schon immer beseelt. Sehen, fühlen, verstehen und ungeahnte „Trüffel finden“ – das ist Reisen für mich.
Japan stand schon lange auf meiner Wunschliste, seit ich meinen ersten Marketing-Job bei Brother in Emmerich antrat. Brother hat seinen Stammsitz in Nagoya, Japan.
Schon vor über einem Jahr war die Rundreise gebucht, doch dieses Mal sah es so aus, als ob ich die Reise nicht antreten würde, weil es meiner Mutter gesundheitlich sehr schlecht ging. Doch gottseidank erholte sie sich und es geht ihr inzwischen richtig gut.
Und so konnte ich doch reisen. Die Eindrücke wirken noch nach. Gerne teile ich sie mit euch:
- Die so traditionell wirkenden Japaner (verbeugen sich gerne und hassen Handschlag), haben auch etwas sehr Verspieltes, was man an ihrer Liebe zu Animes (japanischen Zeichentrickfilmen) und Maskottchen erkennen kann.
- Wenn Frauen heiraten, bleibt ihnen nur der traditionelle Platz als Hausfrau und Mutter. Deshalb entscheiden sich immer mehr Japanerinnen gegen die Ehe.
- Service wird hier noch groß geschrieben – aber wohl nicht mehr lange, denn auch in Japan fehlen Arbeitskräfte.
- Parfüm wird in Japan eher nicht benutzt, oder wenn, dann sehr dezent. Für die Japaner „riechen“ wir – nett ausgedrückt.
- Japan ist sehr sauber, obwohl es so gut wie keine öffentlichen Mülleimer gibt. Jeder nimmt seinen eigenen Müll mit nach Hause. So einfach kann es sein!
- Es gibt wirklich überall sehr saubere Hightech Toiletten. Kostenlos!
- Verblüffend und erschreckend: die meisten Japaner sprechen so gut wie kein Englisch. Das hatte ich nicht erwartet. Doch mit Google Maps und Google Translator und Pantomime Fähigkeiten kommt man sehr gut durchs Land.
- Ein sehr sicheres Land, das man auch locker als Frau alleine bereisen könnte.
- Die Züge sind pünktlich und halten genau da, wo sie halten sollen. Umgekehrte Wagen-Reihung gibt es in Japan nicht.
- Wer krank ist und husten muss, nutzt eine Maske, um andere zu schützen. Das werde ich in Zukunft übernehmen.
- Mit dem Besuch von Hiroshima und Nagasaki beginnt man zu verstehen, was Kriege und insbesondere Atomwaffen anrichten können. Ich weiß nicht, ob es dir auch so geht: ich habe in der Schule gelernt, dass der zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 beendet wurde. Doch das stimmt nicht. Dieses Datum betrifft nur Europa. Tatsächlich war der 2. Weltkrieg erst zu Ende, als Japan nach der zweiten Atombombe kapituliert, am 2. September 1945.
- Ich liebe japanisches Essen – außer zum Frühstück. 😊
- Verblüffend ist der ungenierte Umgang mit Plastik. Der Wert „Sauberkeit“ schlägt „Umweltbewusstsein“. Das ginge auf jeden Fall besser.

Wir hatten das Glück, den Fuji (oben links) zu sehen. Nur zu ca. 25 % ist er nicht hinter Nebel oder Wolken versteckt. Auch eine Braut beim Üben der Hochzeitszeremonie zu erleben (Bild unten links) ist eher selten.
Noch bis Oktober findet in crazy Osaka die Expo statt. Wenn das kein guter Reiseanlass ist. Japan ist nicht nur zur Kirschblüte angesagt, sondern auch im Herbst. Und: der Yen steht für uns aktuell so gut, dass Japan sehr günstig ist. Wir haben z.B. einmal wirklich hemmungslos Sushi gegessen und zu zweit inklusive Getränke und Dessert nur 27 Euro gezahlt. Übrigens: Trinkgeld wird in Japan nicht erwartet.
Ob Japan oder woanders hin – Reisen macht glücklich. Egal, wie lange. Egal, wohin. Hole Dir den Freiraum.
Ich wünsche dir und euch eine schöne nachösterliche Woche.
Von Herzen Deine und Ihre
Monika Scheddin
