Ich bin zurück aus dem Urlaub. Seit gestern Abend bin ich aus Venedig kommend herrlich müde zurück in München gelandet.
Meinen Urlaub habe ich ausgekostet:
Eine Woche in aller Seelenruhe in meinem Büro sortiert, gekramt, aufgeräumt, reduziert und neu strukturiert.
Eine wohltuende Woche Familie.
Drei Tage Golfen.
Dazwischen München genossen und das Schwimmen zurückerobert. (Die Frage war: „Was machst du nicht mehr, was du als Kind geliebt hast?“)
Schlussendlich noch vier Tage Venedig: Besuch der Biennale verbunden mit gleich drei Premieren – noch nie zuvor war ich in Venedig, noch nie auf der Kunst-Biennale und noch nie bin ich mit einem Boot vom Flughafen ins Hotel geschippert.
Venedig hatte mir irgendwie Respekt eingeflößt, genauso wie New York.
Es gibt einen Spruch: Die Landkarte ist nicht das Gebiet. Die Vorstellung, die du dir über eine Sache machst, entspricht nicht unbedingt der Realität.
Du liest Reisebeschreibungen, schaust dir vielleicht einen Film an, hörst Berichte von Freunden und doch erlebst du alles neu, individuell. Auf deine Art und Weise. Gefärbt mit deiner Persönlichkeit und deinen Werten. Du siehst, was dich interessiert oder was dich stört. Du erfreust dich an den Glockenklängen der Kirchtürme, weil sie dich an deine Kindheit im Dorf erinnern oder du fühlst dich gestört. Vielleicht nerven dich die Zimmernachbarn durch die dünnen Hotelwände oder du genießt die Stille, weil es in Venedig keinen Autolärm gibt. Übrigens auch keine Laubbläser. Hier wird von Hand mit Besen gekehrt.
Du riechst an jeder Ecke den Kaffee oder das köstliche italienische Essen oder vielleicht bleibt dir nur der manchmal strenge Geruch der Kanäle in deiner Erinnerung. Du genießt das köstliche Risotto, den Fisch, die Pasta oder du denkst an deine Unverträglichkeiten verkneifst dir das Gluten. Du lässt dich von den Menschenmassen meditativ durch die engen Gassen mittragen oder sie nerven dich nur, weil immer jemand im Weg steht.
Du bestimmst, was dich erfreut oder nervt.
Wir nehmen uns immer mit. Egal wo wir hinreisen.
Was erhoffe ich mir?
Was erwarte ich? Wie flexibel kann oder will ich sein?
Wie sehr kann ich mich auf Land und Leute einlassen?
Was macht mir Freude, was langweilt mich?
Mit wem verbringe ich meinen Urlaub: Mit Seelenverwandten oder Spielverderbern? (muss der Partner unbedingt mit zur Kunstausstellung, wenn er doch eigentlich lieber fischen oder klettern möchte?)
Wo staune und genieße ich, wo lache ich aus vollem Herzen? (mehr davon!)
Bin ich aus Sicht der Gastgeber ein guter Gast oder bin ich schlimmstenfalls nur jemand, der sein Geld im Lande lässt?

Venedig hat mich von Anfang an glücklich gemacht. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es ist, mit dem Vaporetto zum Hotel zu schippern. Eine Stadt ohne Autolärm, großartig.
Zum ersten Mal Biennale, in bester Gesellschaft und mit einer großartigen Führung (danke Juliane!).
Die Kunst hat mich inspiriert und verzaubert, erstaunt und angezündet. Dieses Gefühl nehme ich nun mit in das letzte Quartal des Jahres und fühle mich bestens gewappnet.
Welche Reise hat dich verzaubert?
Ich freue mich, wieder bei euch zu sein.
Eine schöne Woche wünscht von Herzen
Deine und Ihre Monika Scheddin
