Ich bin zurück von einer kleinen Auszeit. Malen im Gemeinschaft ist (neben wandern) meine Meditation. Malen zwingt mich genau hinzuschauen. Zu entdecken. Zur Langsamkeit.
Die Dinge sind nicht immer so, wie man sie sich vorher gedacht hätte. Da leuchtet es lila im Pandabärenfell, bei der älteren Dame im gelben Badeanzug hat sich der Körper ein wenig verdrückt, so dass der Hals gar nicht mehr zu sehen ist.
Es gibt vieles zu entdecken für das im Alltag wenig Zeit bleibt.

Die absolute Konzentration auf das Tun und die Inspiration der Gemeinschaft bringt mich sofort ins Hier und Jetzt. Ich bin voller Dankbarkeit für die gegenseitige Unterstützung. Da werden munter Farben, Pinsel und Spachtel zur Verfügung gestellt, genauso wie fachkundiger Rat und Hilfe.

Das sind übrigens meine Bilder

Es gibt einen reich gedeckten Tisch den ganzen Tag über, weil jeder etwas mitbringt.
Fünf Tage nur, doch ich fühle mich wie auf einem anderen Planeten.
Satt in jedem Sinne und reich beschenkt.

Monika aus Dortmund bringt mich zum Flughafen, Britta packt mir noch ihr selbst gebackenes Brot ein, damit ich für die nächsten Tage „etwas Anständiges zum Frühstück“ habe.
Ulla hatte mir schon vor drei Jahren eine Prada-Tasche im Miniatur-Format gebastelt, die ich nun stolz nach München trage.

Fünf Tage reichen aus, um mit neuem Schwung und viel Kreativität heimzukommen.
Mein erster Flug nach zweieinhalb Jahren. Ich lande mehr als pünktlich und frage mich, ob ich mir ein Taxi leisten will. Ich steige ins Taxi und mich erwartet eine freundliche Fahrerin aus Moldawien. Es sprudelt nur so aus ihr heraus. Sie ist dankbar, dass sie jemanden zum Reden (bzw. zum Zuhören ) gefunden hat. Zwölf Stunden hat sie auf ihren einzigen Fahrgast des Tages, also auf mich, gewartet. Und ich werde auch ihr letzter Fahrgast des Tages sein, denn sie macht danach endlich Feierabend.
Früher hat sie auch oft im Taxi übernachtet, das macht sie heute nicht mehr. All das erzählt sie fröhlich. Kein Wort der Klage kommt über ihre Lippen. Sie ist zufrieden mit ihrem Leben.

Glücklich und genauso zufrieden erreiche ich mein Zuhause – auch ein wenig nachdenklich.
Liebe Leute, wenn ihr könnt, leistet euch doch, in den nächsten Wochen ein Taxi.

Ich wünsche euch eine wunderbare Woche. Und heute einen schönen Valentinstag.

Feiert die wichtigste Person in eurem Leben: Euch selbst.
Ich bin sehr froh, dass es DICH gibt.

Von Herzen
Deine Monika Scheddin