Im Lebensmittelladen stolpere ich über eine Tütensuppe und werde fast ein wenig wehmütig. Die hat meine Mutter uns Kindern manchmal gekocht, wenn es schnell gehen musste. Suppe, Brötchen dazu – fertig. Zu einer Zeit, als es noch ausreichte, dass eine Mahlzeit wärmt und satt macht.
Da wusste man nichts über fiese E-Stoffe und dass Nahrung mehr für uns tun muss als sättigen und wärmen.
Heute sind viele „man muss“, „man sollte“ und „man darf auf keinen Fall“ in unser Leben gezogen.
Man sollte nur noch so viel Kleidung besitzen, wie man auch anzieht.
Bahn fahren, Flüge meiden, Autos sowieso.
Plastikgeschirr und Alufolie (die Errungenschaften unserer Eltern und Großeltern, die uns das Leben leichter machten sollten und sich als mächtiges Eigentor entpuppten) sind selbstverständlich tabu.
Vegan ist chic, vegetarisch reicht längst nicht mehr aus.
Vieles davon ist richtig und wichtig.
Mir liegt eine bewusste, nachhaltige und insbesondere rücksichtsvolle Lebensweise am Herzen.
Bei all dem wurde nur eines vergessen: der Spaß im Leben.
Und der hört da auf, wo du versuchst, alles richtig zu machen.
Ich finde ein heiteres „so gut wie möglich“ reicht völlig aus. Verbunden mit dem Wissen: es gibt noch Luft nach oben.
Was mich angeht: ich werde demnächst mit gutem Gewissen meine Suppenliebe genießen und das Kind in mir hochleben lassen.
Einen richtig schönen Pfingstmontag und eine tolle Woche
wünscht Ihnen und Dir
Monika Scheddin
Foto: Divenkalender 2020
