„Nicht sein Ernst!“, denke ich, als uns der Krumbacher Künstler Sigurd Rakel die Aufgabe stellt. „Malt einen Stuhl!“ Wenn ich auf irgendetwas gerade so gar keine Lust habe, dann einen Stuhl zu malen. Doch wenn sich ein anerkannter Maler nach einigen Überzeugungsrunden herablässt, hoffnungsvollen Talenten etwas beizubringen, dann ist Zögern keine Option.
Und so male ich also einen Stuhl.
Um ihn einige Stunden später vom Meister höchstpersönlich zerstören zu lassen.
Heraus kommt – am Ende des dreitägigen Prozesses – ein wunderbarer, wilder Stuhl.
Ein Bild, das mir ausgesprochen gut gefällt und nun mein Arbeitszimmer ziert.

Noch eine ganze Zeit bewegt mich der Prozess:
Inspiration heißt auch sich einzulassen.
Manchmal hilft es, ganz neue Wege zu gehen – das Ziel vor Augen. Und manchmal muss man sich auch von Gedanken oder Gegebenheiten verabschieden.
Mut ist die pfeffrigste Gewürzmischung unseres Lebens. Oft genug geht es dabei nicht um wirklich Wesentliches.
Wagemut wird meist belohnt. Aber nur, wenn wir Scheitern akzeptieren.
In diesem Fall ging es nur um ein Bild. Und doch bleibt einem schier das Herz stehen, wenn stundenlanger Einsatz mit einem dicken Farbkleks und entschiedenem Strich „ruiniert“ wird.
Es soll nicht das letzte gewesen sein. 😊
In dem Sinne: Ich wünsche Ihnen und Euch ein paar herrliche Fehlversuche. Es wird Euch weiterbringen.
Ihre und Eure
Monika Scheddin
