Ein Trainer verschickt eine Werbemail an den Adress-Verteiler seines in Rente gegangenen Vorgängers. Und dabei macht er zwei Fehler:
Er stellt sich nicht erst vor und bittet um die Erlaubnis, auch weiterhin Mails senden zu dürfen, sondern bombardiert sofort mit Werbung. Sofort hagelt es freundliche, aber bestimmte Abmeldungen.
Der zweite Fehler war technischer Art. Jede einzelne Abmelde-Mail ging an den ganzen offenen (!) Verteiler. Als ich abends nach einem Trainingstag in mein eMail-Postfach schaue, finde ich allein 181 Mails in Bezug auf besagten Kollegen.
Der Ton der Mailempfänger wurde zunehmend böser, giftiger. „Stoppen Sie dies umgehend. Was ist da los? Ich fordere Sie auf, sich umgehend bei mit zu melden“
„Ich zeige Sie an!‘ …
Irgendwann jedoch schrieb ein Mailempfänger: „Ist doch ´ne nette Sache, so ´ne Datenschutzverletzung. By the way: braucht jemand einen gut erhaltenen Sony Bravia in 40 Zoll?“ Gruß Hans Meier (echter Name ist mir bekannt) Darauf erhielt er postwendend diese Antwort: „Welch interessante Wendung! Was kostet denn der Sony B?“
Dies ist meine „Geschichte der Woche“. Ein Meisterstück, das zeigt: Was mich ärgert, bestimme ich ganz allein. Diese herrliche und humorvolle Wendung hat mir großes Vergnügen bereitet. Sie war es alle Male wert, 181 Mal auf die „DEL“-Taste zu drücken.
Amüsierte Grüße Ihre und Eure Monika Scheddin
P.S. Und irgendwann kam dann vermutlich der unglückselige Initiator des Mailings von einem anstrengenden Trainingstag ahnungslos nach Hause und findet statt Seminar-Anmeldungen nur böse Abmelde-Mails vor. Schade nur, dass er nicht die Chance ergreift, sich beim Verteiler zu entschuldigen. Eine ehrlich gemeinte Entschuldigung kann nämlich der Beginn einer wunderbaren Geschäftsbeziehung sein.
