Heute ist richtig was los in der Bank beim Kontoauszugsdrucker. Ich stelle mich gerade an, da erscheint ein alter Mann, der vor mir dran sein möchte. „Ich war schon vor Ihnen da. Ich habe nur noch schnell Geld gezogen, weil der da so langsam ist!“ Er zeigt empört auf einen mittelalten Mann. „Manche Leute halten den ganzen Verkehr auf, weil sie stundenlang Überweisungen und sonstwas machen!“ wetterte er laut.

Ich lasse ihn vor. Der mittelalte Mann ist mittlerweile fertig und reagiert auf die Verbal-Attacke mit einem freundlich gequälten, entschuldigenden  Lächeln.

„Jetzt lacht der auch noch frech!“ wetterte der alte Mann weiter. Nimmt endlich den Serviceplatz in Beschlag, nestelt ewig in seiner Hosentasche, bis er seine Geldbörse zu fassen kriegt. Dann dauert es noch einmal gefühlte 2 Minuten bis die EC-Karte gezückt und eingeführt ist. Einen Kontoauszug kriegt er nicht. Wieder braucht er unglaublich lang, bis seine Karte wieder im richtigen Fach, dann in der Gesäßtasche landet und dann endlich macht er mir den Weg frei.  „Langsam“ wäre ein Kompliment für sein Tempo.

Wie sagte der Kommunikationsexperte Schulz von Thun: Was uns aufregt, hat immer mit uns selbst zu tun. Entweder wir sind ebenfalls langsam, empfinden uns aber als bedächtig oder konzentriert. Oder wir sind genau das Gegenteil, also z.B. hektisch. Wir empfinden uns dann aber als dynamisch. In jedem Fall gibt es Verbesserungspotenzial. Zumindest für die Menschen, die bereit sind, an sich zu arbeiten.

Da habe ich bei dem alten Mann so meine Bedenken.